Fortbildung Unterwegs

Bunte Rohkost in Parin – Keimling RohGourmet Kurs

11. Januar 2016
Kerstin und Andreas

Fast eine Woche lang drehte sich mein Leben im Dezember nur um Rohkost – neue Gerichte zubereiten und danach gemeinsam aufessen, das war ganz wunderbar!

Im Juni als ich begeistert von meinem ersten RohGourmet Kurs zurück in Berlin war, habe ich mich direkt für die Fortsetzung im Dezember angemeldet. Anfang Dezember kam der Termin dann immer näher und ich hatte eigentlich das Gefühl „Hilfe, dafür habe ich doch gerade gar keine Zeit…“ – andererseits ist so eine Woche weit weg vom Alltag ja auch ganz schön. Also habe ich meine Sachen gepackt und mich auf den Weg nach Parin gemacht.

Biohotel Gutshaus Parin

Biohotel Gutshaus Parin

Der Kurs fand, wie auch schon im Juni, im Biohotel Gutshaus Parin statt. Das Hotel liegt gefühlt am Ende der Welt, das kommt sicher auch daher dass Handyempfang fast nicht vorhanden ist. Obwohl ich das bereits wusste, war es auch dieses Mal wieder sehr ungewohnt plötzlich ohne Verbindung zum Internet zu sein. Dafür ist es dort auch sehr ruhig – perfekt für einen Rohakademie-Keimling-WillkommensgrußErholungsurlaub.

Dann aber besser kein Seminar buchen,  das wie dieser Rohkost-Kurs um 8 Uhr morgens beginnt. Ich fand das zuerst sehr früh, aber da wir auch unser Frühstück gemeinsam zubereitet haben, war die Anfangszeit gut gewählt.

Schön war, dass die Mittagspause so lange war, dass wir jeden Tag einen ausgedehnten Spaziergang am ca. 15 Minuten entfernten Strand unternehmen konnten.

Strand in Boltenhagen

Strand in Boltenhagen

Anreisetag

Der Nachmittag begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Es war eine nette, bunte Gruppe, einige Teilnehmer kamen sogar aus der Schweiz und den Niederlanden. Alle waren sehr interessiert und freuten sich auf die gemeinsame Woche.

Gemüserollen

Gemüserollen mit Mangodip

Die ersten Rezepte an denen wir uns als kleine Grüppchen (jeweils 4-5 Personen bildeten ein Team) versuchten waren Rohkost-Kräcker und der Boden für den Gemüsekuchen. Praktischerweise waren die Nüsse und Samen bereits eingeweicht und wir mussten nur noch die Zutaten vermixen und alles auf die Dörrgitter verteilen. Für das Abendessen wurden dann unter anderem Gemüserollen (verschiedene Gemüsestreifen, die zusammen mit Dressing in ein Chinakohlblatt gerollt wurden) mit Mangodip zubereitet.

1. Tag

Der erste Tag startete gleich mit Kuchen – Rohkost-Cheesecake. Da jede Gruppe einen anderen Cheesecake zubereitet hat, waren es am Ende fünf verschiedene von Matcha-Schoko-Minze bis Erdbeere sah alles so gut aus, dass wir uns am liebesten gleich darauf gestürzt hätten. Aber Kerstin versteckte die Kuchen zunächst noch im Tiefkühlfach.

fünf Sorten Rohkost-Cheesecake

fünf verschiedene Cheesecakes

Sehr spannend fand ich das Thema Fermentation. Bisher hatte ich mich im Rahmen des Culinary Nutrition Kurses von Matthew Kenney nur einmal an Kimchi gewagt. Das war dann aber erstaunlich einfach und hat gut funktioniert. Hier gab es jetzt noch mehr Informationen zum Thema Fermentation und welche Lebensmittel außer Weißkohl (Sauerkraut) man so verarbeiten und damit nicht nur den Geschmack verändern, sondern die Lebensmittel damit länger lagerfähig machen kann.

Wasserkefir, Rejuvelac, Sauerkraut, Kimchi… ein interessantes neues Feld, das ich gerne noch weiter erkunde.

Gläser mit fermentierten Lebensmitteln

Fermentation von Sauerkraut bis Wasserkefir

Fürs Abendessen wurde gemeinsam Gemüse-Lasagne vorbereitet. Die Lasagne besteht aus verschiedenem Gemüse (Zucchini, Spinat, Tomaten), Sauerkraut-Ricotta, Paprikasauce und Pesto. Obwohl diese Lasagne super geschmeckt hat, habe ich das Rezept noch nicht wieder gemacht, da mich (noch) die vielen einzelnen Bestandteile die hergestellt werden müssen abschrecken. Dort war es einfach, weil jede Gruppe einen Teil dazu lieferte.

Gemüse-Lasagne

Gemüse-Lasagne

So sah unser Arbeitsplatz in der improvisierten Küche des Gutshauses Parin aus.

Zubereitung in der improvisierten Küche

Zubereitung in der improvisierten Küche

2. Tag

Frühstück

Frühstück

Der Kurs startete jeden Tag um 8 Uhr. Allerdings haben wir unser Frühstück zuerst noch gemeinsam zubereitet und das Ergebnis war das frühe Aufstehen im Urlaub wert. Es gab jeden Tag frische Früchte, verschiedene Smoothies und eine abwechslungsreiche Auswahl an von uns schon gefertigten Speisen.

Am zweiten Tag haben wir verschiedene Müslis selbst gemacht. Dabei wurden nicht einfach nur Zutaten vermischt, sondern eher wie Granola oder Knuspermüsli die trockenen Zutaten mit einer flüssigen vermengt (z.B. Aprikosencreme, Dattelpaste). Danach die Masse auf ein Dörrgitter gestrichen und so lange gedörrt bis das Müsli knusprig war. Gerade die Variante mit Mandeln und Aprikosen war in Kombination mit Cashew-Joghurt sehr gut. Das Rezept habe ich inzwischen mehrfach zuhause gemacht und es eignet sich nicht nur als Müsli sondern man kann daraus auch knusprige Kekse herstellen.

Sauer macht lustig

Sauer macht lustig

Das Highlight des zweiten Tages war Rohkost-Tiramisu. Diese bestand aus drei verschiedenen Schichten: Die Basis aus Datteln, Mandeln und Kokosmus, darauf eine Schokoschicht (Mandelmilch, Kakaobutter, Kakaopulver, Datteln und Irish Moss), dann wieder die Basismasse. Anschließend noch eine Schicht aus Kokosmilch und Cashewnüssen und zum Abschluß Kakaopulver.

veganes Rohkost-Tiramisu

Rohkost-Tiramisu

Ich finde Irish Moss als Zutat immer etwas gewöhnungsbedürftig, auch wenn man es zum Schluß nicht rausschmeckt. Irish Moss sorgt für eine sehr feste Konsistenz der Schokocreme, das würde ich beim nächsten Mal dann lieber einmal mit Flohsamenschalen ausprobieren.

Für das Abendessen haben wir Rohkost-Sushi zubereitet. Da konnten wir alle nochmal so richtig kreativ werden und es hat unheimlich Spaß gemacht verschiedene Gemüsestreifen und Saucen zu Sushi zu rollen. Dazu gab es eine Misosuppe mit Algen – was mich wieder daran erinnert hat, wie einfach es ist im Vitamix eine warme Suppe herzustellen. Gerade für Abends wenn nicht so viel Zeit für eine größere Bastelei in der Küche ist, ist das eine wunderbares „fast food“.

Gemüse-Sushi

Gemüse-Sushi

 

3. Tag

Neben dem Thema Fermentation hatte ich mich besonders auf diesen Teil des Kurses gefreut: Rohveganen Käse. Kerstin zeigte uns die Herstellung von Cashew-Mozarella in zwei Varianten, einmal mit Irish Moss und alternativ mit Flohsamenschalen.

Cashew-Mozzarella

Cashew-Mozzarella

So konnten wir beide Varianten probieren, ich fand den Mozzarella mit Flohsamenschalen überzeugender und habe das Rezept inzwischen auch schon in meiner Küche nachgebastelt.

Am ersten Tag hatten wir nicht nur verschiedene Kräcker vorbereitet, sondern auch den Boden für den Gemüsekuchen den es zum Abendessen gab. Eines wird mir ganz schnell klar: sich so perfekt rohköstlich zu ernähren wie hier im Kurs ist nur mit guter Planung möglich. Der im Dörrgerät einige Zeit angewärmte Gemüsekuchen war sehr gut.

Gemüsekuchen

Gemüsekuchen

Diesen Matcha-Minze-Cheesecake gab es zum Dessert. Tolle Idee die Schokolade zwischen die Matcha-Masse zu schichten. Sieht nicht nur hübsch aus sonder schmeckt auch ganz wunderbar.

Schoko-Minz-Cheesecake

Schoko-Minz-Cheesecake

 

Abreisetag

Der Kurs endet mit einem großen Abschlussbuffet. Was für ein toller Anblick und unglaublich was wir in den paar Tagen alles geschafft (und bisher nicht aufgegessen) haben.

Abschlussbuffet Käse

Käserollen, Gemüsekuchen, Gurken, Gemüse,

Abschlussbuffet Kuchen

unsere verschiedenen Cheesecakevarianten, Müsli, Tiramisu,

Abschlussbuffet Müsli

Müsli, Brownie, Obstsalat, Cashew-Joghurt,…

 

Kerstin und Andreas

Kerstin und Andreas

Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich bin nach dem Kurs hochmotiviert nach Hause gekommen. Es wird in der nächsten Zeit deutlich mehr Rohkost in meinem Leben geben.

Kerstin und Andreas haben uns viele spannende Informationen vermittelt,  Tricks beim Zubereiten gezeigt und standen für alle Fragen (fast) rund um die Uhr zur Verfügung.

Allerdings fehlt mir zuhause noch jemand der mir die Zutaten so hübsch vorbereitet, die Nüsse rechtzeitig einweicht und vor allem auch den Abspülservice von Udo vermisse ich sehr. So geht das alles nicht ganz so schnell wie im Kurs.

Informationen zum RohGourmet Kurs gibt es unter www.roh-akademie.de. Der von mir beschriebene Kurs war der zweite Teil der RohChef Ausbildung von Keimling der „RohChef Expert Kurs“. Für den dritten Kurs steht bisher noch kein Termin fest – voraussichtlich wird der leider erst 2017 angeboten.

Meine Fotos stammen von meinem Handy deshalb ist die Qualität nicht so toll – das erste Foto von Kerstin und Andreas hat Michael Weise aufgenommen, der mit besserer Ausrüstung unterwegs war.

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